Eine beinahe heilige Stille liegt wie ein sanfter Schleier über dem Land. Barfuß laufe ich durch das Zimmer, spüre den glatt polierten Steinboden unter meinen Füßen und öffne die lavendelblauen Fensterläden unserer Unterkunft. Weit lehne ich mich aus dem Fenster und atme die würzige Luft der Provence ein, die sich vor meinen Augen ausbreitet. Ich kann mich an der herrlichen Landschaft gar nicht sattsehen, obwohl sie mir mittlerweile schon sehr vertraut ist. Immer und immer wieder möchte ich in ihre Energie eintauchen und sie in mich aufnehmen. Glücklich und zufrieden stehe ich da und habe das Gefühl, wieder einmal »nach Hause« gekommen zu sein.

Als ich das erste Mal die Provence bereiste, hatte ich von Maria Magdalena und der Tatsache, dass sie vor 2000 Jahren nach Südfrankreich gekommen war, keine Ahnung. Für mich war sie damals bloß eine der zahlreichen Bibelfiguren, die ich aus meiner Kindheit kannte. Sie interessierte mich nicht wirklich. Das Land hingegen faszinierte mich sofort: die lieblichen Hügel, die steinernen Häuschen, die wild wachsenden Lilien, die verträumten Dörfer. Das alles schien mir so sehr vertraut. Ich hatte mich auch gut vorbereitet auf diese Reise, und allein das Durchblättern und Lesen meines Reisejournals versetzte mich in eine vergangene Zeit. Zurück kam ich dann mit Hunderten von Fotos und dem brennenden Wunsch, wieder in dieses Land zurückzukommen.

Dann sah ich den Film »Das Sakrileg« von Dan Brown im Kino. An den Handlungsablauf erinnere mich nur mehr vage, doch eine Szene am Ende des Films hat sich mir tief eingeprägt: der Abstieg in jene Höhle, in der Maria Magdalena angeblich gelebt haben soll.

Dieses Bild ließ mich nicht mehr los, ich hatte Feuer gefangen. Sollte Maria Magdalena wirklich in Frankreich gelebt haben? Warum erzählt die Kirche nichts davon? Ob das nur ein frommer Wunsch einiger Schriftsteller war? Ich ließ die Fragen einfach im Raum stehen und vergaß sie allmählich. Bis ich im Jahr 2008 wieder Urlaub in der Provence machen sollte. Da fiel mir die Geschichte mit der Höhle wieder ein, und diesmal wollte ich sie zumindest finden und besichtigen.

Magdalenas Höhle

Es war nicht ganz einfach, »La Beaume« (dt.: die Höhle) zu finden. Damals hatte unsere kleine verträumte Unterkunft noch keinen öffentlichen Internetzugang für ihre Gäste, also begann ich in unserem Reiseführer nach dem Ort zu suchen. Schließlich fand ich einen Hinweis auf die Höhle in der Nähe von AixenProvence, und nach einigen Irrfahrten hielten wir dann auf dem Parkplatz, von dem aus man in einigen Kilometern Entfernung die Höhle in einer steilen Felswand ausmachen konnte.

Obwohl ich in Österreich in einer Gegend aufgewachsen bin, in der man schöne Wanderungen machen kann, würde ich mich selbst nicht gerade als wanderfreudig bezeichnen. Schon gar nicht, wenn es steiler bergauf geht und Felsen mit im Spiel sind. Doch »La Beaume« zog mich magisch an. Ich musste da hinauf! Der Wanderweg erwies sich als weniger anstrengend, als ich dachte. Er führte uns durch einen lichten Wald, von dem man sagt, dass er sogar schon den Kelten heilig gewesen sei. Mehrere Quellen entspringen hier und verleihen dem Wald eine feuchtdunstige Atmosphäre, in der zahlreiche Baumarten ein grünes Dach bilden, unter dem sich ein Geflecht aus Farnen, Kräutern und Blumen ausdehnt.

Zwiesprache
Maria von Magdala, Frau unseres Herrn, Ehefrau und Geliebte von Jeshua,
2000 Jahre lang lag deine Geschichte im Dunkeln.
Du wurdest verleumdet, man hat dir deinen Platz streitig gemacht und dich als Sünderin, als Hure und Ehebrecherin, als eine Verdammte, die von sieben Dämonen besetzt war, hingestellt.
Die Geschichtsschreibung, die Macht der Kirche, hat dich zu einem Schattendasein verdammt und dennoch warst du über die Jahrhunderte immer präsent. Denn deine Energie und deine Liebe haben viele Menschen durch die Zeit hindurch begleitet.
Unzählige fanden den Tod, weil sie an dich glaubten, weil sie dein Wissen weitertragen wollten; und deine Lehre, dein Vermächtnis wurde in den Untergrund verbannt.
Doch die Zeit ist gekommen, dass die Wahrheit und das Wissen um dich und deinen Person wieder ans Tageslicht gelangen.
Du hast all die Jahrhunderte in den Herzen der Menschen weitergelebt, auch wenn dich nicht alle als Maria Magdalena erkannt und wahr genommen haben.
Egal, was im Außen geschah, egal, was Kirche und Geschichtsschreiber über dich heute noch erzählen …
Die Zeit hat sich verändert und die Menschheit unterliegt einem großen Wandel.
Wir Menschen sind nicht mehr auf schriftliche Aufzeichnungen oder mündliche Überlieferungen angewiesen.
Denn du erreichst uns nun direkt: in der stillen Zwiesprache, über Menschen, die spezielle Fähigkeiten haben und als dein Sprachrohr dienen, über Symbole und feinstoffliche Energien.
Deine Zeit ist gekommen und du wirst von uns Menschen wahrgenommen als die, die du in Wirklichkeit warst und bist.
Als ein göttliches Wesen, das uns lehren möchte, wie wir die wahre Liebe in unser Leben fließen lassen können: in unser Tun und Handeln, in unser Denken und unsere Ausrichtung, in unsere Beziehungen und Partnerschaften.
Gemeinsam mit Jeshua forderst du uns auf, neue Wege zu gehen, und Sanftheit und Mut, Zuversicht und Vertrauen in unser Leben zu integrieren: in unseren Alltag, in unseren Beruf, in unsere Fähigkeiten.
Du hilfst uns, unsere spirituelle Seite wiederzuentdecken, zu erkennen, wer wir in Wirklichkeit sind, an uns zu glauben, auch wenn andere an uns zweifeln.
Wir wollen mit deiner Hilfe in ein neues Zeitalter hineingehen, in das Zeitalter der bedingungslosen Liebe, der Freude, des Glücks.
In ein Zeitalter, in dem die männlichen und die weiblichen Energien gleichwertig und ausgeglichen sind, in der es ein neues Verständnis von Partnerschaften geben wird, ein neues Verständnis von Frausein und ein neues Verständnis von Männlichkeit.
Die Zeit ist gekommen, und wir sind bereit dafür, uns von dir führen und inspirieren zu lassen.
Unser Herz ist offen für deine Impulse. Und das, was du uns vermitteln willst, wird große Verbreitung finden.
Jeder darf entscheiden, wie er mit deinen Botschaften umgehen möchte, jeder darf frei sein, in seinen Gedanken, in seinen Handlungen und in seinem Herzen.
Deine Zeit ist gekommen.

© Ingrid Auer

Nachdem wir den Wald durchschritten hatten, kamen wir an ein sogenanntes Oratorium, eine Kreuzigungsgruppe, die der Erzbischof von Arles 1516 hatte errichten lassen. Von dort eröffnete sich uns bereits ein erster Ausblick über die Landschaft, bevor wir noch über 150 Stufen weiter hinauf zur Grotte stiegen.
Da stand ich also vor dem Eingang zur Höhle und blickte in das Land hinaus. Wie mag es hier wohl vor 2000 Jahren ausgesehen haben? Wahrscheinlich nicht viel anders als heute. Dichte Wälder breiteten sich unter uns aus. Ich versuchte mir vorzustellen, wie Maria Magdalena hier gestanden hatte und den Blick über die Landschaft hatte schweifen lassen.

Die Höhle selbst ist heute das, was Menschen im Andenken an von ihnen verehrte Heilige meist zu tun pflegen: Sie machen einen Ort der Andacht und des Gebetes daraus: mit Altären, Statuen, vielen Kerzen und Stühlen. So auch in »La Beaume«. Ich konnte Maria Magdalenas Energie nicht in der Höhle, sondern in mir selbst spüren. An diesem Platz nahm ich Verbindung mit ihr auf und fühlte ganz deutlich, dass sie hier gewesen war. Ein angenehmer Schauer der Freude durchlief mich, wenngleich ich zum damaligen Zeitpunkt noch wenig von ihr wusste. Aber ich fühlte mich auf magische Art und Weise stark von ihr angezogen.

Im Auftrag von Maria Magdalena

Weitere zwei Jahre sollten vergehen, bis mir das Buch »Das Magdalena Evangelium« von Kathleen McGowan in die Hände fiel. Etwas in mir sträubte sich dagegen, denn amerikanische Romane sind im Allgemeinen nicht unbedingt mein bevorzugter Lesestoff. Doch irgendwie ließ mich das Thema des Buches nicht los, und um es nicht lesen zu müssen, kaufte ich mir das Hörbuch. Und damit begann meine Faszination für Maria Magdalena. Obwohl mir von Anfang an klar war, dass in diesem Roman historisch recherchierte Tatsachen mit viel Fantasy vermischt waren, um der Figur Maria Magdalenas möglichst viel Leben einzuhauchen bzw. sie LeserInnen des 20. Jahrhunderts verständlich und zugänglich zu machen, blieb ich immer wieder an einzelnen Textpassagen hängen. Dazu muss man wissen, dass die Autorin 20 Jahre lang zur Person Maria Magdalena Nachforschungen betrieben hat und auf Quellen gestoßen war, die außerhalb der kirchlichen Aufzeichnungen angesiedelt sind. Sie erklärte so viele Zusammenhänge für mich schlüssig und nachvollziehbar, dass ich Maria Magdalena mit ganz anderen Augen zu sehen begann.

Aufgrund meiner Medialität ließ sich für mich sehr gut unterscheiden, was an der erzählten Geschichte wahr und was erfunden war, und meine Faszination wuchs und wuchs. Als ich einige Wochen später ein Selbsterfahrungsseminar mit einer sehr spirituell ausgerichteten Gruppe abhielt und die Anwesenden in eine Meditation führte, war SIE plötzlich da: Ich spürte Maria Magdalenas Energie und Anwesenheit so deutlich, dass mein ganzer Körper davon erfasst wurde. Sie wollte durch mich zur Gruppe sprechen. Anfangs wehrte ich mich noch dagegen, weil ich mir unsicher war, was jetzt geschehen würde. Doch als ich zu sprechen begann, flossen ihre Worte nur so aus meinem Mund. Ich war überwältigt, meine Stimme zitterte und Tränen der Ergriffenheit liefen mir über die Wangen. Maria Magdalenas Energie hatte in der Zwischenzeit alle Anwesenden erreicht, sie war, beinahe physisch spürbar, im Seminarraum präsent. Ihre Worte habe ich in der Zwischenzeit vergessen, doch ich werde heute noch von SeminarteilnehmerInnen auf dieses Erlebnis angesprochen.

In der Zwischenzeit durfte ich erkennen, dass es zu meinen Aufgaben gehört, Engel und Aufgestiegene Meister, unter ihnen natürlich Maria Magdalena, durch mich sprechen zu lassen, und ich tue dies mit großer Freude. Zu ihr habe ich eine ganz besondere Verbindung aufgebaut. Ich sehe es als meinen Auftrag, sie möglichst vielen Menschen der heutigen Zeit näherzubringen als die Person, die sie in Wirklichkeit war, und dabei mitzuhelfen, sie zu »rehabilitieren«. Es wird mir auch eine große Freude sein, in absehbarer Zeit Menschen an die Plätze ihres Wirkens zu führen, um im gemeinsamen Erleben und in gechannelten Meditationen Maria Magdalenas Energien in uns aufzunehmen. Die Zeit wird kommen!

Zur Person
Ingrid Auer (c) by Urbschat
Ingrid Auer channelt seit 1998 spirituelle Werkzeuge in Form von energetisierten Symbolen und Essenzen (www.ingridauer.com). Sie bietet ab Herbst 2013 spirituelle Reisen nach Südfrankreich an. Detaillierte Informationen werden rechtzeitig auf ihren Homepages bekannt gegeben.

Weitere Informationen
Kategorie: Natur & Reisen | 2 Comments
Bildercopyright: © Ingrid Auer (Provence und Symbol Maria Magdalena), © Kimbell Art Museum, Fort Worth (»Antlitz einer Frau«) von Sebastiano del Piombo