Wenn der Frühling kommt, die Sonne uns wieder mit sanfter Wärme einhüllt und die ersten Blumen in ihren prächtigen Farben zu blühen beginnen, dann liegt in der Luft ein leises Sirren. Es ist das Summen der Bienen, die gesammelte Pollen zu ihrem Stock zurücktragen, um sie zu süßem, nahrhaften Honig zu verarbeiten.

BieneBienen produzieren Honig, den wir essen. Sie bestäuben aber auch die Blüten, die sich später zu Früchten entwickeln, welche wir (und andere Lebewesen) essen. Sie sind unersetzlich für unser gesamtes Ökosystem, da sie zur Verbreitung verschiedenster Pflanzenarten beitragen.

Trotz alledem wird den Bienen von einem Großteil der Menschheit noch zu wenig Wertschätzung entgegengebracht. Dabei sollte der Schutz der Bienen an erster Stelle auf unserer Prioritätenliste stehen, denn die Bienen stehen auf der »roten Liste« – das heißt, sie sind vom Aussterben bedroht.

Können Sie sich vorstellen, wie die Auswirkungen auf unser Leben und auf die Erde aussähen, wenn diese Insekten ausgerottet wären? Viele Früchte und Pflanzen würden nicht mehr gedeihen. Das empfindliche Gleichgewicht unseres Ökosystems würde schwerwiegende Veränderungen erfahren – mit verheerenden Auswirkungen auf alles Leben auf der Erde. Wie diese Veränderungen letztendlich genau aussehen würden, kann keiner genau sagen.

Die industrielle Revolution

Der Schutz der Bienen ist extrem wichtig. Doch um die fleißigen Insekten schützen zu können, muss man erst einmal wissen, was ihnen derart schadet, dass es überhaupt so weit kommen konnte. Tatsächlich ist es so, dass die natürlich vorkommenden Fressfeinde der Bienen und andere ursprüngliche Umweltfaktoren, mit denen die Bienen schon immer konfrontiert waren, von uns Menschen weit übertrumpft wurden.

Die industrielle Revolution Europas leitete den Niedergang der Wildbienenfauna ein. Sie überließ den Bienenvölkern jedoch noch genügend Wiesen, Gehölz- und Ödlandinseln auf landwirtschaftlichen Flächen und genügend Winkel und Ecken im Gebälk und Gesims alter Bauten als Lebensraum. Zu diesem Zeitpunkt stand der Todeshauch der Chemie noch nicht über den Feldern und moderne Landwirtschaftsmaschinen bearbeiteten den Boden noch nicht bis in die letzten Winkel und Tiefen.

Bienenpatenschaft

Eine schöne Alternative, um die Bienen zu schützen, ist auch eine Bienen-Patenschaft. Damit sorgen Sie aktiv für eine zukunftsfähige und ökologische Art der Bienenhaltung. Die adoptierten Bienen werden im Rahmen der Ausbildungs- und Forschungsarbeit von Mellifera e. V. betreut.

Der Verein setzt sich in allen deutschsprachigen Ländern dafür ein, dass Bienen ihrem Wesen gemäß leben können und keinen unnötigen Belastungen ausgesetzt sind.

Infos zur Bienenpatenschaft finden Sie unter:

Der Hoffnungsschimmer in Deutschland

Mechanisierung, Chemisierung und Industrialisierung wurden erst mit den deutschen Wirtschaftswunderjahren so übermächtig, dass zahlreiche Bienenarten zugrunde gingen. In Deutschland tritt nun langsam ein Umdenken ein. Kürzlich hat man festgestellt, dass Neonicotinoide, synthetisch hergestellte Nikotinverbindungen, die für den Einsatz als Saatgutbehandlungsmittel entwickelt wurden, für die hohe Sterberate von Bienen in den letzten Jahren in Deutschland verantwortlich sind. Im April 2013 hat die EU-Kommission auf Druck der Imker und Umweltverbände die Nutzung von Neonikotinoiden für den Zeitraum von zwei Jahren verboten – ein Hoffnungsschimmer, den wir nähren sollten.

In großen Teilen Asiens wird die Ausbringung von chemischen Pestiziden noch ohne jeglichen Weitblick vorgenommen. Die Folgen sind so drastisch, dass Insekten, insbesondere Bienen, vielerorts überhaupt nicht mehr zu den Obstplantagen kommen. Sie finden dort nichts als den Tod. Anstatt dies als Warnung zu erkennen, werden etwa in China Menschen kurzerhand zur »Handbestäubung« eingestellt, damit weiterhin Gewinn gemacht werden kann. In Kalifornien sieht es kaum anders aus. Hier werden zur Blütezeit der Mandelbäume LKW-weise(!) Bienen zu den riesigen Plantagen gebracht, um die Bestäubung der Blüten zu gewährleisten. Zu welchem Preis?

Die Varroa-Milbe

Ein weiterer Todfeind unserer europäischen Honigbiene wurde ebenfalls vom Menschen in unsere Breitengrade eingeschleppt: die parasitische Varroa-Milbe. Sie ist ursprünglich in Asien beheimatet. Die asiatische Honigbiene hat genügend Zeit gehabt, sich gegen den Parasiten zu behaupten. Somit kann die Milbenart den Bienen in Asien nichts mehr anhaben. Anders verhält sich es mit der europäischen Biene, die zuvor noch nie Kontakt zu diesem Parasiten hatte und daher auch keine Schutzmechanismen aufbauen konnte. Dem Parasiten wurde mit der Einschleppung nach Europa eine Art Festmahl serviert – und zwar in Form der ohnehin nicht sehr widerstandsfähigen Hochzuchtrassen der westlichen Honigbiene. Viele Völker sind inzwischen von den Milben vernichtet worden. Tun wir also weiterhin nichts, so erwartet die Biene ein finsteres Schicksal – und damit wohl auch uns.

Umdenken und Unterstützung erforderlich

Sie wollen wissen, was man tun kann? Es mag ein Umdenken erfordern, aber das ist es wert. Wenn Sie sich darüber informieren wollen, was Sie tun können oder einfach mehr Informationen über die gesamte Thematik erhalten möchten, dann werfen Sie einen Blick auf unsere Links und Film-Tipps am Ende des Beitrags. Die Filme und Websites erläutern den Sachverhalt in aller Ausführlichkeit – was genau Bienen schadet, wie sie leben, wieso wir sie brauchen und was man tun kann, um ihnen zu helfen und sie zu schützen. Das Thema Wildbienen sollte man ebenfalls beachten. Diesen kann man mit speziellen »Insektenhotels« wieder von dem Lebensraum zurückgeben, den wir ihnen genommen haben. Es ist sogar möglich, selbst einen Bienenkasten in der Stadt (z.B. auf einem Flachdach) aufzustellen (siehe dazu die Webseite des Projektes »mellifera«). Die Teilnahme an Aktionen des BUND oder NABU etc. bieten weitere Möglichkeiten, für die Bienen aktiv zu werden.

Es gibt auch wirtschaftliche Projekte, die sich die Unterstützung der Bienen auf die Fahnen geschrieben haben. Mit dem Projekt Bee Love setzt sich Bee Pure z.B. nachhaltig für den Schutz der Bienen ein, indem es für jedes verkaufte Produkt die Aufzucht von Bienenkolonien mit bis zu 50 Bienen sichert. Wir können also auch durch unser Konsumverhalten mitbestimmen, was wir mit unserem Geld unterstützen wollen.

Bienen – Himmelsvolk in Gefahr
More than Honey
Queen of the Sun
Weitere Informationen

Websites zum Thema Bienen:

Insektenhotel-Infos:

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