Australien hat eine geheimnisvolle Anziehungskraft. Wer einmal dort war, will auf jeden Fall wiederkommen oder am liebsten gleich für immer bleiben. Die schier unendliche Weite des Outback – hier kann man befreit aufatmen und kilometerweit unbewohnte Landschaft genießen, sich auf seinen Ursprung, auf seine Verbindung mit der Natur zurückbesinnen, Kräfte sammeln, Energie tanken. Wind, Sand, Felsen, Pflanzen, Tiere, Meer – welch ungestüme Ursprünglichkeit!

Wer die Natur liebt und Einsamkeit genießen kann, der ist in Australien richtig. Der größte Teil des Kontinents ist unberührte Natur, das Outback, unwirtliches, wildes Land. An manchen Stellen der extrem trockenen Wüsten und Savannen im Inneren des Kontinents können nur Schafe und Rinder leben. Sie fressen die zähen Gräser, die dort wachsen. Im Norden finden sich feuchte Mangroven- und Sumpfwälder bis hin zum undurchdringlichen tropischen Regenwald mit seinem unglaublichen Artenreichtum. Im Süden dann subtropische, üppige Wälder mit gemäßigteren Temperaturen. Alles traumhaft schön und fernab jeglicher Zivilisation, nahezu menschenleer.

Es lohnt sich, dieses Land mit den Sinnen zu entdecken: zu spüren, wie der heiße Wüstensand die Haut berührt; zu riechen, wie die fantastischen und manchmal absonderlich anmutenden Blütenformationen duften; zu hören, wie all die unbekannten Tiere rufen … all das kann man nur hier erleben. Wer in Australien unterwegs ist, der wird süchtig nach diesem Erlebnis. So intensiv, so aufregend anders ist es hier, wo die Sonne auf der anderen Seite des Himmels steht.

Je nach Klimazone des Kontinents ist die brütende Hitze des australischen Sommers allerdings nichts für Menschen mit Kreislaufproblemen. Die Meeresbrise ist in der Wüste sowieso nicht zu haben und die Abkühlungen an den Küsten reichen nur im Süden aus. Im Landesinnern gibt es immer wieder Buschbrände, die dort auch die letzte, dürre Vegetation noch vernichten. Besser ist es, man fährt im Frühling, im Herbst oder im Winter nach Australien, warm genug ist es dann immer noch. Statt zu großer Hitze stürzen dann aber mancherorts Wassermassen vom Himmel, die die wenigen, sonst so staubigen Straßen des Outback überfluten.

Australien bietet genug Extreme – für den, der sie haben will

Bizarre Felsformationen finden sich nicht nur an Land. Auch an der Küste liegt ein solches Wunder der Natur. Als hätte ein Riese mit Steinen im Meer gespielt und sie dort vergessen. Und der kleine Mensch steht staunend davor. Dieser Felsen hat eine magische Anziehungskraft, der Einfall des Sonnenlichts verändert ihn und lässt ihn wie einen Altar aussehen. Für die Aborigines sind die Felsen bis heute Heiligtümer.

Doch das Land entschädigt reichlich mit seiner unberechenbaren, unermesslichen Schönheit und Vielfalt für solche Strapazen. Gleißendes Sonnenlicht spiegelt sich im klaren Wasser, bizarre Felsen ragen aus der Landschaft heraus und im Korallenriff kann man sich am farbenfrohen Treiben der Unterwasserwelt berauschen. Vergleichbares ist sonst nirgendwo zu finden. Das ist Australien. Ein Spezialprogramm der Sonderklasse mit dem Etikett „Grenzenlose Freiheit“! Selbstverständlich hat man den Kontinent des Tourismus wegen an manchen Stellen etwas „gezähmt“. Viel zu erleben gibt es allerdings noch immer: traumhafte Strände, Schwimmen, Surfen, Tauchen, Segeln – jede erdenkliche Art des Wassersports wird hier angeboten – und nicht zuletzt die geführten Wander- oder Trekkingtouren oder die bis zum Lunchpaket organisierten Reisen mit festem „Termin“ bei den Ureinwohnern, Erläuterungen zur heimischen Tier- und Pflanzenwelt und zum richtigen Verhalten in der Wildnis.

 

Taucher und Schnorchler kommen voll auf ihre Kosten: klares, angenehm temperiertes Nass mit Sichtweiten bis zu 35 Metern und eine Aufsehen erregende Unterwasser- welt im größten Korallenriff der Erde, dem Great Barrier Reef.


So kann man unbesorgt hineinschnuppern in das faszinierende Outback und wird nicht gleich als unwissender Europäer von den Naturgewalten überfordert oder gar gefährdet. Und wer süchtig geworden ist nach diesem Kontinent, der kommt ohnehin wieder und versucht es dann auf eigene Faust in den großen, noch „ungezähmten“ Bereichen des Outback – doch bitte immer mit genügend ausreichend Trinkwasser!

Eine Vielfalt besonderer Art – nur hier zu finden
„Down under“, wie die Europäer Australien schon früher nannten, ist vor etwa 50 Millionen Jahren durch steigendes Wasser von anderen Landmassen abgetrennt worden. Hier entwickelten sich Tier- und Pflanzenarten weiter ohne Kontakt zu ihren Verwandten in anderen Erdteilen; sie veränderten sich unabhängig von ihnen. Und so gibt es heute in Australien viele Arten, die ausschließlich hier vorkommen, sogenannte „endemische Arten“.

Bei den Pflanzen schätzt man, dass 85 Prozent der in Australien wachsenden Arten nur hier vorkommen. Typische Vertreter der endemischen Tierwelt Australiens sind die Beuteltiere, zum Beispiel die Kängurus, die sogar – zusammen mit der für das Land so typischen Akazie und dem Emu – auf dem australischen Wappen ihren Platz gefunden haben. Auch der Koala und der Tasmanische Teufel sind für Australien typische Tiere ebenso wie die Kloaken- (Eier legende Säugetiere) und die Schnabeltiere.

Die Tierwelt Australiens ist unglaublich artenreich. Sehr viele Tierarten gibt es nur auf dem Inselkontinent. Nach Schätzungen sind bisher nur ein Drittel aller Arten wissenschaftlich bekannt. Beide Phänomene treffen auch auf die Pflanzenwelt des Landes zu: Viele Pflanzen wachsen nur hier und auch nur an bestimmten Plätzen, unter eben diesen klimatischen Bedingungen.

Australiens Vogelwelt ist außergewöhnlich farbenfroh. Zahlreiche Papageien und der australische Eisvogel fallen besonders auf. Reptilien sind vor allem mit gefährlichen Arten vertreten. Es gibt Krokodile und Giftschlangen – zwei Drittel der Schlangenarten, die auf dem australischen Kontinent beheimatet sind, sind giftig. Bei 25 Arten ist ein Biss für den Menschen sogar lebensgefährlich. Außerdem gibt es auch giftige Spinnen. 12 Prozent der Landesfläche sind heute Naturschutzgebiet – hier werden all diese Besonderheiten Australiens erhalten. Sie entwickeln sich immer mehr zu Touristenmagneten.

Das Outback – schroffe, gefährliche Schönheit

Wenn die Zivilisation ins Outback vordringt, scheitert sie leicht. Wer sich in die Wildnis wagt und wieder gesund und wohlbehalten aus ihr herauskommen will, muss sich gut vorbereiten, die Natur macht hier keine Scherze. Heiße Sonne, wenig Wasser – Kilometer um Kilometer. Wenn der Motor streikt, der Trinkwasserbehälter leckt oder der Sonnenschutz fehlt, ist das Leben schnell in Gefahr. Da bleibt die Wüste selbst im Zeitalter der GPS-Handys ein Abenteuer. Wer nimmt es mit den Herausforderungen des Outback auf? Doch ein paar Aborigine-Stämme leben noch im „menschenleeren“ Outback, sie kennen und pflegen das Wissen und die alten Regeln ihrer Vorfahren und akzeptieren die Härte der Natur, die sie umgibt, sie lauschen der Stimme der Natur und verstehen sie. Es ist ihr Gebiet der Mythen und Geschichten, der heiligen Zeremonien, das Land der Traumzeit, der Schöpfungsgeschichte und der Ahnen der Ureinwohner Australiens.

Uluru, Kata Tjuta und Mumballu – so nennen die Aborigines diese heiligen Felsen. Wenn man sie betrachtet, kann man ahnen, warum sie für die Eingeborenen Heiligtümer wurden: Goldrot schimmernd, gigantisch und von ungeheurer Ausstrahlung. Die sensitiven Aborigines spürten ihre besonderen Energien und richteten ihr Leben und ihren Glauben danach aus. Viele Mythen und Geschichten der Traumzeit ranken sich um diese roten Felsen.

Merkwürdige Dinge geschehen hier. Ein heiliger Felsen, der Mumballu Mountain, widersetzte sich dem technischen Fortschritt: Ein in seiner Nähe gebauter, teurer Sendemast funktionierte einfach nicht. Die Frequenz des Heiligtums störte die Technik. Keine Raffinesse der Ingenieure konnte den Sendemast dazu bewegen zu funktionieren. Erst die Sprengung des massigen Mumballu ließ den Mast endlich seiner Bestimmung nachkommen. Die Aborigines hatten es vorher gewusst. Sie hatten lange gegen die Sprengung angekämpft und hatten zugleich gewonnen und verloren. Wieder war eine ihrer heiligen Stätten verschwunden, dafür aber musste die Wissenschaft eingestehen: Hier gibt es mehr als das Messbare. Ein Sieg durch die Hintertür!

 

Australien – Land der Gegensätze: Archaisches Leben und Moderne
Immer mal wieder tauchen sie auf, Aborigine-Stämme aus der Freiheit des heutigen Outback in Australien. Sie leben dort wie vor vielen Tausend Jahren in ihrer archaischen Kultur und verzichten auf unsere Zivilisation. Wenn man sich nun auf der anderen Seite die Großstädte des Landes ansieht – quirlige Millionenstädte mit Aufsehen erregender Architektur, technischen Wunderwerken, modernster wissenschaftlicher Forschung und westlicher Medienkultur –, kann man den Kontrast kaum begreifen.

Sydney ist für viele die schönste Hafenstadt der Welt. Die Harbour Bridge – von den Einheimischen liebevoll „Kleiderbügel“ genannt – und das Opernhaus sind nur zwei Wahrzeichen dieser jungen, lebendigen Stadt an der Südostküste Australiens.

Sydney ist die größte Stadt, die Australien zu bieten hat, knapp vier Millionen Menschen leben hier. Sie ist Wirtschafts- und Finanzzentrum des Landes und wir finden hier seinen bedeutendsten und zugleich schönsten Hafen. Hier haben vor 40.000 Jahren schon Aborigines gelebt, ihre Spuren sind allerdings weitgehend verwischt, ein paar Felszeichnungen gibt es noch. Im April 1770 landete in diesem Naturhafen James Cook, der Australien für die Europäer entdeckte. Daran erinnert immer noch die Altstadt von Sydney, „The Rocks“.

Die meisten heutigen Nachfahren der Aborigines leben ebenfalls in Städten und versuchen das, was ihnen noch geblieben ist von ihrer Herkunft und ihrer Kultur, mit den Errungenschaften der Zivilisation zu verbinden. Viele Jahre wurde es ihnen nicht leicht gemacht, erst 1961 erhielten sie das Wahlrecht, in den 1980er Jahren wurde die Rassentrennung in Schulen aufgehoben und erst im Januar 2007 erhielten sie nach zehnjährigem Rechtsstreit ihren Anspruch auf die Wälder im Osten des Kontinents zurück, wo sie nun wieder fischen und jagen dürfen und die dortigen Nationalparks verwalten und pflegen werden.

Die absolute Einsamkeit in der ursprünglichen Natur auf der einen und Millionenstädte mit turbulentem 24-Stunden-Tag auf der anderen Seite, mit allen Vor- und Nachteilen – nirgendwo sonst auf der Welt kann man diesen Gegensatz so dicht nebeneinander erleben wie in Australien.

Kategorie: Natur & Reisen | Keine Kommentare
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