Sabine Thiels Leben hat einige kurvenreiche Windungen genommen. Im Interview mit newsage erzählt sie uns von ihrem Werdegang zur Engel-Künstlerin.

newsage: Sabine, was haben Sie gemacht, bevor Sie sich mit der Malerei beschäftigt haben?
Sabine Thiel: Nun, ich war in meinem Traumjob – im Büro – tätig, bis dieser sich langsam und allmählich eher zu einem Albtraum entwickelte. Ich kündigte von heute auf morgen und war plötzlich in der Lage, einfach mal um mich selbst zu kreisen, um zu sehen, was da alles so auf mich zu warten schien. Da war z.B. der Gospel-Workshop, den ich auf Drängen einer Freundin hin spontan belegte und der viele nachfolgende Ereignisse ins Rollen brachte. Ohne diesen Schritt weiß ich nicht, ob ich da gelandet wäre, wo ich heute stehe – in der Selbstständigkeit, von der ich immer verlauten ließ, dass so etwas für mich nie in Frage käme.

newsage: Wie kamen Sie dann zum Malen?
Sabine: Ja, das war auch so eine Sache. Mein Mann Ernst schenkte mir zu Weihnachten 1998 Aquarellfarben und Blöcke. Ich sah ihn verdutzt an und meinte. „Aber ich kann doch gar nicht malen“. Er lächelte mir nur zu und sagte: „Ja und? Dann fang doch einfach damit an“. Gut, ich malte also ein wenig zwischen Weihnachten und Dreikönige und dann wanderten die Farben in die Schublade. Zum Geburtstag allerdings, 8 Monate später, brachte mir mein Mann zu meinem größten Erstaunen noch einen kompletten Satz Aquarell-Malblöcke als Geschenk. Ich war sichtlich betroffen: „Soviel Geld für Papier hast du ausgegeben“, meinte ich erschrocken. Ich fühlte mich ziemlich überfordert. Es befand sich ein Flyer bei den Blöcken. Am nächsten Tag besuchte ich einen Malkurs, weil ich irgendwie schon fast ein schlechtes Gewissen hatte. Nach dem zweiten Kurs wollte ich jedoch aufgeben, als ich die wunderschönen Bilder meines Lehrers betrachtete. „Das kannst du nie“, dachte ich.

newsage: Doch irgendwann haben Sie begonnen, sehr schöne Engelbilder zu malen. Wann entstand Ihr erstes Engelbild?
Sabine: Auch dazu gibt es eine Geschichte. Wir waren dabei, unser Schlafzimmer zu renovieren. Ich hatte vor, uns ein besonderes Bild dafür zu malen – nichts Gegenständliches wie sonst, mit Blumen oder Landschaften usw. Nein, nur ein Farbverlauf in orange und gelb-weiß und das in Öl. Nun, das Bild wurde wunderschön und ich war sehr zufrieden, etwas Modernes gemalt zu haben. Am folgenden Tag hatte ich Firmunterricht. Als ich nach zwei Stunden zurückkam, ging ich spontan auf das Bild zu, das noch von gestern dort stand und noch ganz nass war, nahm den noch nicht wirklich ausgewaschenen Pinsel in die Hand und malte in kürzester Zeit zwei Engel in das Ölbild. Da waren sie plötzlich, die Engel! Ich dachte noch: „Engel wie vor 20 Jahren im Schafzimmer“. Als kurze Zeit später mein Man vor dem Bild stand und meinte: „Sag mal, hast du heut schon wieder ein Bild gemalt“, schüttelte ich nur den Kopf und sagte, dass ich einfach diese zwei Engel in das Bild von gestern rein malen musste. Er war schlichtweg begeistert, und das Bild wurde sofort in dem noch nicht fertiggestellten Schafzimmer aufgehängt. Jede freie Minute stand ich nun vor dem Bild und war wie magnetisiert. Ich frage mich, was das wohl für Engel sind. Als Antwort erhielt ich dann ganz klar und deutlich: „Wir sind die ‚Engel der Einladung‘“. Nie hätte ich es mir träumen lassen, dass diesen Engeln eine solch große Anzahl wie bis heute folgen würde. Sie hatten mich eingeladen, mit ihnen zu kommunizieren, und ich bin dieser Einladung gefolgt, ohne zu wissen, was mich wirklich erwartet. Das war im Frühjahr 2003. 2004 begann ich einen neuen Beruf: Musiklehrerin für Kinder. Ich hatte soviel Freude daran und konnte den Kleinen die ersten wichtigen Dinge der Musik mit ganz viel Spaß und Liebe vermitteln. Mein Herz bekam plötzlich Flügel und ich spürte es ganz genau: Das ist meine Welt. 2006 stand ich wieder vor einer Entscheidung, da meine damaligen Räumlichkeiten plötzlich nicht mehr zur Verfügung standen. Was sollte ich nun tun? Aufgeben oder weitermachen? Durch die Anregung meines Sohnes Andreas landete ich wieder in denselben Räumlichkeiten, in denen ich vor Jahren als Teilzeitkraft hinter Wurst- und Käsetheke gearbeitet hatte, bevor ich meinen Traumjob im Büro angetreten hatte. Genau hier baute ich mir nun meine eigene kleine Musik- und Malschule names„ Auftakt“ auf. Mein darin integriertes „Sabines Engelstüble“ habe ich einen halben Tag in der Woche für alle Engelfreunde geöffnet. Wir trinken gemeinsam Kaffee und unterhalten uns über Gott und die Welt. Heute weiß ich, dass dies mein Platz ist und dass die Engel schon vor Jahren begonnen haben, mich ganz liebevoll dorthin zu lenken. Ich hatte ihnen ja vertraut, dass sie das Beste für mich finden werden, als ich damals nach der Kündigung arbeitslos war und, weiß Gott, das haben sie auch getan.

newsage: Waren Sie schon immer ein spiritueller Mensch?
Sabine: Ich bin sehr gläubig aufgewachsen und habe mich immer schon mit Gott unterhalten, solange ich denken kann. Und auch die Engel hatten gerade in der Zeit, als ich mich in meinem Beruf nicht mehr so wohl fühlte, einen besonderen Stellenwert eingenommen. Eine Freundin schenkte mir ein Engelkartenset, welches ich aber wenig gebrauchte, bis ich eines Tages ein anderes in den Händen hielt, das mit mir zu kommunizieren begann. Ich erhielt genaue Antworten auf meine Fragen, war oftmals verblüfft über die Präzision der Antworten.

newsage: Wie kommen Sie in Kontakt mit den Engeln?
Sabine: Nun, nicht ich komme mit ihnen in Kontakt, sondern sie kommen mit mir in Kontakt, würde ich sagen. Sie rufen mich, wenn ich ein Bild malen soll, manches Mal auch mitten in der Nacht – genau dann, wenn es z.B. wichtig ist für eine Person, für die ich das Seelenbild malen darf. Ansonsten rede ich mit den Engeln einfach so wie mit Ihnen hier, weil sie ja da sind, wo ich bin.

newsage: Nach welchen Kriterien malen Sie die sogenannten Seelenbilder für Ihre Kunden?
Sabine: Ich brauche mir keine Gedanken zu machen. Ich sehe die Engel einfach auf der Leinwand und ich brauche sie nur abmalen. Sie bewegen sich auch, stehen nicht nur so da. Dabei habe ich schon viele wunderbare Dinge erlebt. Oft erfahre ich erst während des Malens oder gar erst zum Schluss, für wen das Bild ist, das ich gerade gemalt habe. Und das ist gut so, so bin ich immer nur eine Brücke, ohne eigene Gedanken oder Aspekte einfließen zu lassen. Ich muss klar sein, sonst kann ich diese Aufgabe keinesfalls tun. Ich erhalte auch das Seelenthema und viele interessante Informationen, die ich alle schriftlich festhalte und später an die Personen weitergebe.

newsage: Sie machen inzwischen auch Engel-Mal-Workshops. Was vermitteln Sie den Teilnehmern hier?
Sabine: Ich beginne mit Musik-Klanggeschichten – Tanz und Fantasiereisen, um anzukommen und dann … nun, alles was ich selber mache. Wenn ich die Engel auf der Leinwand entdecke, dann kann das jeder andere auch. Da, wo meine Quelle ist, da kann jeder andere auch daraus schöpfen. Jeder kann seinen Engel bei mir malen – ohne Ausnahme.

newsage: Sie machen auch Musik. Wann haben Sie damit begonnen?
Sabine: Musik war schon immer Teil meines Lebens. Besonders das Singen war immer schon meine größte Freude. Mein Opa sagte immer liebevoll zu mir, ich sei seine „Opa-n Sängerin“, und ich habe mich wunders wie darüber gefreut. Schon von Kindheit an waren in unserer Familie Musik und Gesang ein fester Bestandteil der Freizeit. Mein Papa holte oft sonntags sein Akkordeon raus und meine Schwester und ich sangen und tanzten dazu und meine Mama war unser Publikum. Später dann griff ich zur Gitarre, und als dann unsere eigenen Kinder Instrumente spielen konnten, wie unser Markus Schlagzeug, war die ganze Familie einschließlich meines Mannes, der den Gesangspart mit übernahm, eine richtige kleine Drei-Generationen-Hausmusikergruppe. Die Erinnerung daran wird mir wohl immer tief im Herzen bleiben.

newsage: Gibt es bei der Musik für Sie auch eine spirituelle Ebene?
Sabine: Das ist ein gute Frage. Noch lange bevor ich die Engel-Bilder malen durfte, hörte ich Lieder, die ich später auch aufgenommen habe, in meinem inneren Ohr. Oftmals stundenlang hörte ich die Lieder, während der Arbeit im Büro z.B., ich konnte es nicht abstellen. Erst als ich mir den Text notierte, wurde es ruhig in mir. Die Engel haben mir dir Lieder vorgesungen in einer wunderschönen hellen hohen Schwingung. Wie konnte ich damals ahnen, das noch so viel mehr an Kommunikation mit ihnen folgen würde. Diese Lieder konnte ich allerdings nicht mit meiner voll ausgebildeten Stimme singen, warum auch immer. Davon kann Markus Florian, der in seinem Tonstudio mit mir die Lieder später arrangiert und aufgenommen hat, ein Lied singen. Diese für mich so besonderen Lieder kann ich nur mit meiner einfachen „Sabine-Stimme“ singen, aber dafür singe ich sie mit ganz viel Liebe und Dankbarkeit im Herzen an Gott und seine himmlischen Helfer, die mich auf unglaublich wunderbare Weise begleiten und immer für mich und alle Menschen dieser Erde da sind.

Weitere Informationen:
E-Mail: sabinethiel1@aol.com
www.sabine-thiel.de

Kategorie: Kunst | Keine Kommentare
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