Smoothies sind „in“ – viele bekannte Marken stellen sie her und bewerben sie in den Medien. Im Gegensatz zum Saft ist im Smoothie alles drin, was gesund ist: Früchte und Wurzelgemüse kommen als Ganzes in den Mixer und werden unter Zugabe von Wasser püriert. So ist der Smoothie ein wahres Füllhorn an Vitaminen, Mineralien, Ballaststoffen, Proteinen und Kohlenhydraten… und schmeckt unglaublich köstlich! Dasselbe gilt in verstärktem Maß für die so genannten grünen Smoothies – eine besonders gesunde Variante des Trendgetränks, die sich wachsender Beliebtheit erfreut. Der grüne Smoothie ist nun nicht einfach bloß ein weiterer Smoothie auf der Liste der leckeren Getränke und er wird auch nicht, wie man denken könnte, aus „grünem“ Obst hergestellt. Wenn das so wäre, würde er uns nicht so gut bekommen, wie er es mit jedem Schluck tut. Außerdem ist der grüne Smoothie viel mehr als ein Getränk: Er ist eine vollwertige trinkbare Mini- Mahlzeit, in der alles steckt, was unser Körper braucht… und das in übergroßer Fülle. Hergestellt wird der gesunde Drink aus Obst, Gemüse und Pflanzengrün.

Was die Natur an pflanzlichen Nahrungsmitteln hervorbringt, lässt sich in eben diese drei Kategorien einordnen: in Früchte, Gemüse und Pflanzengrün. Die grünen Blätter der Pflanzen werden nicht einfach als Teil der Gemüsepflanze betrachtet, sondern sind eine eigenständige Lebensmittelkategorie, denn wenn wir Wurzelgemüse und Pflanzengrün auf ihren Nährstoffgehalt hin untersuchen, stellt sich heraus: In den grünen Teilen der Pflanze sind weit mehr Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Proteine und Antioxidantien zu finden als in ihren Wurzeln. Zu „Pflanzengrün“ gehören jedoch nicht nur angebautes grünes Blattgemüse und Kräuter aus dem Garten, sondern buchstäblich alles, was grün und essbar ist – also auch essbare Wildpflanzen, (junge) Blätter und Nadeln sowie Heilpflanzen. Sprossen schmecken ebenfalls herrlich im Smoothie.

Ernährungswissenschaftlich betrachtet bekommen wir das, was unser Körper an Nährstoffen braucht, in erster Linie aus Grünem. Warum ist unser Teller dann nicht voll von den uns in Hülle und Fülle umgebenden grünen Pflanzen? Das hat einen guten Grund, denn die geballte Portion Energie und Gesundheit, die im frischen Grün steckt, hat ihren Preis: Viele grüne Pflanzen sind für unsere Geschmacksnerven zu bitter und ihre Zellwände sind so widerstandsfähig, dass wir sie mit unserem Gebiss nur schwer oder gar nicht „knacken“ können.

Hier hilft nun der Mixer, der für den grünen Smoothie unerlässlich ist. Durch den Mixvorgang werden die Zellulosewände aufgebrochen, sodass unser Körper von all den in der Zelle enthaltenen Vitalstoffen profitiert, und wir können mit seiner Hilfe grünes Blattgemüse so mit leckerem Obst mischen, dass ein köstlicher Drink entsteht – eine wahre Revolution in unserer Ernährung.

Und wer hat’s erfunden?
1989 wanderte die Familie Boutenko von Russland in die USA aus. Victoria Boutenko war eingeladen worden, am Denver Community College über die Perestroika zu berichten und ihr Mann Igor und ihre beiden Kinder Sergei und Valya waren mitgekommen. Zu Hause in Russland war die Lebensmittelversorgung nicht optimal gewesen, sodass Victoria und ihre Familie hauptsächlich Getreide- und Milchprodukte und nur ab und zu Obst gegessen hatten. In Amerika angekommen, staunten sie darüber, wie viele Nahrungsmittel man dort kaufen konnte, und sie begannen, all das Verlockende auszuprobieren. Sie lernten die Bequemlichkeit von Fertiggerichten schätzen und die Mikrowelle kam oft zum Einsatz. Nach drei Jahren im „gelobten Land“ wurden bei vier Familienmitgliedern ernsthafte Erkrankungen diagnostiziert – Victoria hatte Herzrhythmusstörungen und Wassersucht, Igor eine fortschreitende Überfunktion der Schilddrüse und rheumatische Arthritis, Sergei Diabetes und Valya litt unter Asthma und Allergien.

Als die Ärzte mit ihrem Latein am Ende waren und den Boutenkos rieten, sich am besten mit ihren Beschwerden zu arrangieren, wollte Victoria diese medizinische Bankrotterklärung nicht einfach hinnehmen. Und so machte sie sich auf die Suche: Zuerst sah sie sich nach alternativen Heilmethoden um und stieß dabei schließlich auf die Rohkosternährung. Nachdem Sie die Ernährung ihrer Familie radikal auf reine Rohkost umgestellt hatte, wovon sie sehr amüsant in ihrem Buch „Green for Life“ erzählt, besserte sich ihrer aller Gesundheit deutlich binnen kurzer Zeit. Es dauerte nicht lange und sie waren alle vier symptomfrei.

Mehrere Jahre waren verstrichen, in denen sich die Boutenkos ausschließlich rohköstlich ernährten, als sie an einen Punkt kamen, an dem sich ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden nicht weiter verbesserten, sondern sogar eher wieder ein wenig verschlechterten. Irgendetwas fehlte in ihrer Ernährung, das war Victoria sehr schnell klar. Eine Bestandsaufnahme zeigte, dass auf dem Speiseplan der Familie Boutenko hauptsächlich Wurzelgemüse und Früchte standen, außerdem aßen sie Nüsse und Samen und verwendeten viel Öl. Victoria begann sich für die Lebensgewohnheiten unserer nahesten Verwandten zu interessieren und las, dass Schimpansen sich zu mehr als einem Drittel von grünen Blättern ernähren. Und sie stellte sich die Frage: „Ist es möglich, dass wir Menschen auch mehr frisches Grün zu uns nehmen sollten, um gesund und vital zu sein?“ Victoria wollte eine Antwort finden und sammelte alle Informationen, die sie zu diesem Thema finden konnte. Zu ihrer Überraschung stellte sie fest, dass Grünes unter allen natürlichen pflanzlichen Nahrungsmitteln über die höchste Nährstoffdichte verfügt. Weiterhin fand sie heraus, dass es uns Menschen heute sowohl an Gebisskraft als auch an Magensäure fehlt, um die Nährstoffe grüner Blätter optimal verwerten zu können.

So kam Victoria auf die Idee, ihren Mixer für sich „kauen“ zu lassen: Sie gab einen Bund Schwarzen Kohl und Wasser hinein und stellte ihn an … in dem Augenblick jedoch, als sie den Deckel öffnete um das Gemixte in ein Glas zu gießen, schloss sie ihn auch gleich wieder, denn diese dunkelgrüne Mischung roch so streng, dass ihr übel wurde. Sie war schlichtweg ungenießbar.

„Wie können wir mehr Grünes zu uns nehmen – und zwar in einer Menge, die unserem Körper alles gibt, was er braucht, und so, dass es auch noch lecker schmeckt?“, fragte sich Victoria jetzt. Zufällig stieß sie auf ein Buch der bekannten Verhaltensforscherin Jane Goodall, die das Verhalten von Schimpansen im Gombe National Park in Tansania intensiv untersucht hatte. Hier las sie, dass die Primaten Früchte manchmal auch in Blätter einwickeln und dann quasi als Sandwich verspeisen. Das brachte sie auf eine zweite Idee: „Wenn man Grünzeug und Früchte mischt“, sagte sie sich, „schmeckt es vielleicht nicht mehr so streng und bitter.“ Gesagt, getan. Nach einigen wenigen Versuchen schon hatte Victoria eine Mischung gefunden, die köstlich war. Sie war außer sich vor Freude, und als auch andere ihren grünen Wundertrank probierten und ihn ebenfalls köstlich fanden, ahnte Victoria, dass sie auf etwas wirklich Außergewöhnliches gestoßen war.

Die Pluspunkte des grünen Smoothies
Der grüne Smoothie ist eine cremig-flüssige Mini-Mahlzeit. Er ist die beste Möglichkeit, grünes Blattgemüse in ausreichender Menge zu sich zu nehmen; er ist vollwertig und leicht verdaulich, frisch und voller Energie … und Sie können ihn jederzeit schnell zubereiten und beliebig variieren. Seien Sie einfach ein wenig experimentierfreudig! Sie können diesen grünen Drink außerdem ganz einfach in Ihre gewohnte Ernährung integrieren. Genießen Sie ihn regelmäßig, dann sind Sie satt und zufrieden, brauchen weniger Schlaf und fühlen sich gleichzeitig körperlich energiegeladen und geistig fit.

Vieles, was Sie bislang weggeworfen oder nicht für Ihre Ernährung genutzt haben, kann nun direkt in den Mixer wandern: die grünen Blätter vom Gemüse, das essbare „Unkraut“ aus dem Garten und wildwachsende Pflanzen.

Da Sie alle essbaren Wildpflanzen in den grünen Smoothie geben können, kann die uns umgebende Natur uns wieder direkt als Nahrungsquelle dienen. Das hat nicht nur gesundheitliche, sondern kann auch finanzielle Vorteile haben (zumindest wenn Sie im Grünen wohnen). Nehmen Sie ruhig einmal an einer Exkursion teil, auf der Sie die essbaren Wildpflanzen kennen lernen, die in Ihrer Region wachsen. Sie werden staunen, wie viele verschiedene Arten es gibt – und wie viele unterschiedliche Geschmacksnuancen!

Am besten verwenden Sie für Ihren grünen Drink Früchte und grüne Pflanzen aus biologischem Anbau. Das muss nicht zwangsläufig teurer sein, denn Sie können ja, wie bereits beschrieben, auch die grünen Pflanzenteile (von Möhre, Kohlrabi, Rote Bete etc.) verwenden, die Sie bislang weggeworfen haben. Ein weiterer Pluspunkt des grünen Smoothies ist, dass er schnell zuzubereiten, gut aufzubewahren und zu transportieren ist. Ich püriere jeden Morgen etwa zwei Liter in meinem Mixer, die ich dann über den Tag verteilt als Zwischenmahlzeiten trinke. Sie können Ihren Smoothie natürlich auch problemlos zwei bis drei Tage lang im Kühlschrank aufbewahren oder ihn in einem gut verschließbaren Gefäß ins Auto stellen, um ihn unterwegs zu genießen.

Die grüne Welle breitet sich weiter aus …
Der grüne Smoothie ist revolutionär, so etwas wie der „Missing Link“ in unserer Ernährung. Er besitzt das Potenzial, uns mit allem zu versorgen, was wir brauchen, und ist dabei bekömmlich für Jung und Alt. Babys kann man die „grüne Milch“ ab etwa einem halben Jahr löffelweise zufüttern und auch alte Menschen, die nicht mehr so recht beißen können, werden mit dem grünen wohlschmeckenden Getränk optimal versorgt.

Wenn Sie abnehmen wollen, öffnen Ihnen die grünen Smoothies ebenfalls eine neue Tür, denn dieser Wundertrank kann es mit Übergewicht aufnehmen, ohne dass Sie dabei Hunger leiden müssen. Wollen Sie Ihr Gewicht reduzieren, dann trinken Sie grüne Smoothies über eine bestimmte Zeit hinweg ausschließlich und in ausreichender Menge. Sie werden sehen: Mit den grünen Mini-Mahlzeiten werden Sie Ihr Wohlfühlgewicht erreichen und danach auch halten können … und ein wundervoller Nebeneffekt ist: Ihr Körper wird mehr und mehr nach Gesundem verlangen. In ihrem neuen Buch „Grüne Smoothies“ lässt Victoria Boutenko einen Mann zu Wort kommen, der 177 Kilogramm wog und mit grünen Smoothies in einem halben Jahr sein Idealgewicht von 77 Kilogramm erreicht hat.

Stellen Sie sich nur einmal vor, was geschehen würde, wenn es grüne Smoothies in Betriebskantinen, Krankenhäusern, Schulen und Universitäten gäbe – genauso selbstverständlich, wie es dort heute ungesunde Softdrinks gibt? Was für eine herrliche Vision!

Weitere Infos unter:
www.grünesmoothies.de

BUCHTIPP
Boutenko, Victoria
Grüne Smoothies
180 Seiten, € 16,90
ISBN: 978-3-939570-70-7
Hans-Nietsch-Verlag
Kategorie: Ernährung & Gesundheit | Keine Kommentare
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