Jede Geburt ist ein großes Ereignis. Und jede Geburt fördert bei der werdenden Mutter vergangene Gefühle der eigenen Geburt zutage. Da die Geburt ein einmaliges und sehr frühes Erlebnis ist, können die Erinnerungen an diese nicht so leicht ausgelöst werden. Erst das Gebären eigener Kinder bringt unweigerlich, auf einer ganz tiefen Ebene, in Erinnerung, was lange vergessen war.

Damit man während und nach der Schwangerschaft nicht hilflos den aufkommenden Gefühlen gegenüber steht, kann man im voraus dafür sorgen, dass das eigene Mutterwerden sanft und stresslos verläuft. Dies geht am besten mit positiven Affirmationen, so die Autorin von „Schwungvoll Schwanger“, Edith Hagenaar. Positives Denken ist schon lange ein Thema, mit dem sich die Mutter dreier Kinder beschäftigt. „Positives Denken ist zum positiven Lenken“ lautet daher der Untertitel ihres Büchleins. Die Affirmationen, die die Holländerin für jede Phase der Schwangerschaft vorstellt, sollen für das kommende Baby, aber auch für die werdende Mutter eine Atmosphäre der Geborgenheit, des Vertrauens und der Liebe herstellen. Während das Baby im Mutterleib über die Seele und Träume sowieso mit der Mutter in Kontakt ist, wenden sich die beschriebenen Affirmationen an das Tagesbewusstsein des Kindes.

Da wir bereits tagtäglich eine Unmenge von Affirmationen aussenden – dies sind Überzeugungen und Gedankenmuster, die wir aufgrund von bestimmten eigenen Erfahrungen und Erfahrungsberichten anderer produziert haben – können wir diese auch ins Positive umkehren, falls sie nicht zu unserem Wohl beitragen. Manche unserer negativen Überzeugungen sind dabei schwer zu erkennen. Sie sind in unserem Unterbewusstsein verankert und wirken subtil. Es gilt daher, bewusst zu bleiben für Sätze, die man „so daher“ sagt, Gedanken, die augenblicklich die Stimmung verdunkeln und gegenläufige Gefühle, die bei einer positiven Affirmation plötzlich auftauchen.

Wichtig ist, dass man beim Affirmieren am Ball bleibt. Je öfter wir einen Satz sagen, umso fester setzt dieser sich in unserem Gedächtnis fest. Ganz so, wie wir einst das kleine Einmaleins gelernt haben, verselbständigt sich irgendwann die Affirmation und wirkt ohne unser weiteres Zutun. Sätze, die unser Herz unweigerlich zum Hüpfen bringen, stehen dabei definitiv für Dinge, die uns gut tun werden. Sätze, die uns kaum über die Lippen kommen wollen, weisen hingegen auf eine unterbewusste Erfahrung hin, die das Neue blockiert. Das langsame Üben solcher Sätze und Beobachten der Gefühle, die uns dabei begleiten, können die Barriere durchbrechen.

Ebenso wichtig ist beim positiven Affirmieren die Art, wie man seine Sätze ausspricht. Untersuchungen haben ergeben, dass bei einem Gespräch zwischen zwei Personen, die Wörter nur 7 Prozent des erfassten Inhalts bestimmen, während die Körpersprache 55 Prozent und der Klang der Stimme 38 Prozent bestimmen. Auch ist interessant, dass das Gehirn genauso stark auf Imaginiertes wie auf wirklich Erlebtes reagiert, was die Wirksamkeit von positivem Denken unterstreicht.

Mit positiven Affirmationen können wir also den Verlauf einer Schwangerschaft beeinflussen. Die Affirmationen sollten aber auch nach jeder Anwendung wieder losgelassen werden. Eine zu starke Versteifung kann die Wirksamkeit mindern und ein Anzeichen dafür sein, dass man nicht wirklich an die Sache glaubt. Wenn der Partner am selben Strang zieht, stehen die Chancen auf Erfolg allerdings gut. Die Energien für eine schöne Schwangerschaft und Geburt wirken dann doppelt gut.

BUCH-TIPP
Edith Hagenaar
Affirmationen – Schwungvoll schwanger
96 Seiten, € 9,95
ISBN: 978-398-1175-219
Palaysia Verlag

Kategorie: Heilung und Gesundheit | Keine Kommentare
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