Im Grunde gibt es nur eine einzige Beziehung in unserem Leben, nämlich die Beziehung zu uns selbst! Alles, was wir im Außen erleben, ist immer nur ein Ausdruck und ein Spiegel dieser Beziehung. Partnerschaft dient uns als Schlüsselbereich der Selbstbegegnung und Konfrontation mit den eigenen Gefühls-, Gedanken- und Verhaltensmustern.

In den letzten Jahren spüren vor allem Paare den »Gezeitenwechsel« ganz besonders intensiv. Viele Partnerschaften zerbrechen oder stehen vor großen Herausforderungen. Das bisherige Zusammenleben fühlt sich oft nicht mehr stimmig an. Die alten Paarmodelle haben anscheinend weitestgehend ausgedient, denn die vermeintliche Sicherheit der alten Strukturen und Vorbilder löst sich auf. Eine neue unendliche Vielfalt an Möglichkeiten, die weder erprobt noch gelebt worden sind, zeigt sich stattdessen.

Bisher sind Begegnungen oft davon geprägt, dass wir einerseits von der Zustimmung des anderen abhängig sind und stets nach Bestätigung suchen und andererseits den Partner verändern wollen und schnell in Schuldzuweisungen übergehen. Beides ist Ausdruck von Bedürftigkeit und Angst, denn mit jeder Verurteilung und Schuldzuweisung trennen wir uns automatisch von uns selbst und damit von der Bereitschaft, die eigenen Gefühle zu spüren.

Eines der menschlichen Grundbedürfnisse ist sicherlich, geliebt und akzeptiert zu sein. Darum ist der Wunsch, uns zu verbinden und eine vertraute Umgebung zu schaffen, ganz elementar. Was aber heißt verbunden sein, wie ist es möglich, eine für beide Seiten erfüllte Partnerschaft zu leben?

Geheilte Begegnung

Die geheilte Partnerschaft ist der Tanz zweier Menschen, die in der Bereitschaft zu einer tiefen Selbstbegegnung leben und dadurch erkennen, dass wir alle Teil eines großen Ganzen sind. In dieser Begegnung werden wir dem Partner immer erlauben, der zu sein, der er ist.

Es wird keinen Bedarf geben, ihn zu verändern. Es wird vielmehr darum gehen, den Anderen
in seinem Wachstum zu unterstützen, damit er sein Potenzial, fernab von den eigenen Vorstellungen, entfalten kann. Wir werden dem anderen erlauben, seine eigenen Erfahrungen zu machen, sogar wenn sie schmerzhaft für ihn oder uns sind. Dominanz, Unterordnung, Kontrolle, Festhalten, Opfer- und Täterverhalten sind in einer geheilten Partnerschaft nicht mehr tragbar. Vertrauen und Gleichgewicht werden stattdessen einkehren.

Wir können diesen Tanz erlernen und die Tanzschritte üben. Es ist ein ständiges harmonisches Wiegen, fließend zwischen Einheit und Dualität, hin und zurück, hin und zurück … Ein Tanz, in dem alles lebendig ist und bleibt. So werden auch Zeiten des Rückzugs, die in alten Beziehungsformen eher Verunsicherung und Verlustangst auslösten, Teil des natürlichen, lebendigen Rhythmus.

Drei Phasen der geheilten Partnerschaft
Der Tanz einer geheilten Partnerschaft besteht aus drei Phasen, die jedes Paar, das sich findet, durchlebt.

In der 1. Phase fühlen wir uns voneinander angezogen und nehmen wahr, wo wir miteinander übereinstimmen und was uns verbindet. Wir fühlen uns ekstatisch, freudig und verliebt. Unser Gegenüber spiegelt uns unsere besten Seiten. Dies ist die Bewegung hin zur »göttlichen Einheit«, denn wir bekommen in dieser Phase der Übereinstimmung einen Geschmack von der All-Verbundenheit, von der wir ja nie wirklich getrennt sind und waren.

Die 2. Phase führt hingegen weg von dieser Einheit, hin zur Trennung in die Dualität. Wir entdecken unsere Unterschiedlichkeit und was uns beim Partner stört. Hier kommen Gefühle von Ärger und Angst hoch. Der Wunsch nach Kontrolle taucht auf, weil wir das Gefühl von Verbundenheit nicht verlieren wollen. Dies ist mitunter herausfordernd, jedoch ein lohnenswertes Lernfeld, um in die 3. Phase einzutauchen.

Die 3. Phase führt uns zur »Einheitsharmonie«, das heißt, wir erkennen aufgrund der Reise in unser eigenes Bewusstsein, dass wir niemals wirklich getrennt sind, obwohl wir uns in der Dualität des Menschseins als getrenntes Individuum erfahren. Wir wachsen in die Eigenliebe, vergeben uns selbst und nehmen uns an, wie wir sind. Unsere inneren Kinder können geheilt werden und wir entfernen uns von unseren zerstörerischen Mustern, um uns auf einer höheren Ebene der Entwicklung und des Bewusstseins zu vereinen.

Gelebte Partnerschaft

Voraussetzung für diese Art der Partnerschaft ist der bewusste Wunsch, die bewusste Ausrichtung auf eine geheilte Partnerschaft. Auf der praktischen Ebene gibt es zudem einige Aspekte, denen eine besondere Bedeutung zukommt. Ehrlichkeit sich selbst und dem anderen gegenüber ist einer davon und er bildet die Basis, um überhaupt eine vertrauensvolle Grundlage des Miteinanders zu schaffen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist ein respektvoller Umgang miteinander, gerade in Zeiten der Herausforderung. Die Liebe selbst deckt alles auf, was nicht Liebe ist und wenn wir uns wirklich darauf einlassen, die Liebe voll und ganz zu leben, dann fordert das manchmal alles von uns. Da unser Leben einem stetigen Wandel unterliegt, sind wir immer wieder gefordert, uns neu und bewusst für die Partnerschaft zu entscheiden. Doch sobald wir dies tun, unterstützt es unser gemeinsames Wachstum und die Liebe auf ganz natürliche Weise.

So wird Partnerschaft ein Zustand des bewussten Wachsens, eine Bereicherung. Wir reifen zu Partnern der Neuen Zeit, zu kosmischen Tänzern. »Geheilte Partnerschaft leben« bedeutet, um diesen Tanz zu wissen und ihn in seiner ganzen Lebendigkeit und Intensität zu genießen.

Über die Autoren
Irene Amana Kreus und Daniel Creutz sind Bewusstseinscoaches und bieten Paarseminare in geschütztem Rahmen. Sie haben Methoden entwickelt, um sowohl Menschen in einer bestehenden Partnerschaft wie auch solchen, die sich eine Partnerschaft wünschen, auf dem Weg zu sich und zum Anderen erfolgreich zu begleiten und zu unterstützen. Ihr Seminar »Geheilte Partnerschaft« nennen sie eine »mehrtägige Bewusstseins-Reise, die den Ansatz zu einer neuen Ausrichtung bietet und die Teilnehmer in eine positive Spirale des inneren Wachstums einsteigen lässt«.

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Kategorie: Liebe & Sex | Keine Kommentare
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