Lieber Pascal K‘in, du bist gebürtiger Schweizer, lebst aber heute in Mexiko. Wie kam es dazu?

Ich war ein talentiertes, nervöses und kränkliches Kind. Obwohl ich mir als junger Ökonomiestudent nichts anderes hätte vorstellen können, habe ich gelernt, auf die innere Stimme zu hören, auf die Seele, die da schrie und nach mehr verlangte, als nur dem Verstand zu folgen. Auch als Schauspieler in deutschen Theatern spürte ich, dass ich dort nicht alt werden wollte; mein Leben wurde zu einer Suche, zu einer »kosmischen« Performance. Ich spürte, dass mir und uns allen ein Teil abhanden gekommen ist, unser spiritueller Teil. Wiederholte Träume führten mich schließlich nach Mexiko, wo mein wirkliches Erwachen begann. Seitdem, das war vor 13 Jahren, bin ich dort geblieben und reise als Therapeut, Coach und »moderner Medizinmann«, wie ein Freund einmal sagte, um die Welt.

Du hast einmal gesagt, dass du bereits als Kind mediale Fähigkeiten hattest, die du aber unterdrücktest. Wie äußerten sich diese Fähigkeiten?

Es gab Momente, wie auf zwei Ägypten-Reisen nach Kairo und Luxor mit meinen Eltern, wo ich immer wieder spürte, dass ich »anders« war; doch konnte ich in meinem Umfeld mit niemandem darüber sprechen. In den Gräbern im Tal der Könige bei Luxor hörte ich Stimmen und hatte das Gefühl, dass die Gemälde sich bewegten. Wieder in der Schweiz flimmerte Tag und Nacht etwa zwei Wochen lang ununterbrochen ein Film aus ägyptischen Hieroglyphen vor meinen Augen, bis ich Angst bekam und dachte, ich sei verrückt geworden. Später erinnerte mich der grüne herunterfließende Zahlen-Code im Film »The Matrix« an jenes Erlebnis. Heute weiß ich, dass es die Lattice war, die mich mit meiner ägyptischen Vergangenheit rückverband und eine Art »Datendownload« in mein Energiesystem ermöglichte.

Warum bist du eigentlich Ökonom geworden?

Das Bewusstein wird zum größten Teil von der Kultur geformt, von Familie, Schule, Kirche … Meistens wiederholen wir, was um uns herum gelebt wird, und es ist nicht einfach, daraus auszubrechen und eine eigene Realität zu weben. So wählte ich das Studium der Wirtschaftswissenschaften, ohne eigentlich zu wissen, was überhaupt Wirtschaft ist – und sie blieb für mich stets ein unverständliches theoretisches Konstrukt. Ich wurde Ökonom, weil meine Eltern und mein Umfeld mir vermittelten, dass ich damit ein »gemachter Mann« sei und gut verdienen würde. Mir wurde abgeraten, Biologie, Archäologie, Urgeschichte oder Soziologie zu studieren, da dies »brotlose« Berufe seien.
Galaktischer Surfer

 Wie fandest du in Mexiko zu deinem schamanischen Meister?

Als ich nach Mexiko kam, war alles wie ein Traum, nichts Rationelles. Da war dieser Traum vom Beisammensein in einer »spirituellen Familie«, wie ich es danach nannte, wo so viel Liebe herrschte, wie ich es nie im wirklichen Leben gekannt hatte. Bis ich Don Lauro traf – und sich der erwähnte Traum wiederholte –, passierten viele Synchronizitäten. Ich fühlte mich, als wenn ich von einer unsichtbaren Hand geführt würde, wie in einem galaktischen Computerprogramm der Erinnerung, das in mir ablief und mich einfach zu den Geschehnissen führte …

Meinst du, dass du deinen Lehrer schon auf anderen Bewusstseinsebenen kanntest?

Auf jeden Fall ja, doch dauerte es sehr lange, bis ich das begriff. Zuerst einmal begrüßte er mich wie einen verlorenen Sohn und schien zu wissen, dass ich kommen würde. In den Plasmawelten und Parallelzeiten der Mayatempel hatte ich dann klare Einsichten, dass wir uns schon kennen. Früher erschien mir so etwas wie esoterisches Hirngespinst, doch in meinem neuen Buch (»Lattice Surfing«) versuche ich anhand des brandaktuellen Themas des kosmischen Netzes darzulegen, dass alles zusammenwirkt und wie normal solche Dinge sind, wenn wir ein modernes »Netz-Bewusstsein« erlangen. Mathematiker, Quantenphysiker und Zellbiologen können uns die faszinierendsten Hinweise auf dieses universelle Netz der Schamanen im  Raum-und-Zeit-Gefüge liefern!

Du beschreibst deinen Meister Don Lauro als »galaktischen Meister«, der einen »kosmischen Schamanismus« ausübt. Was meinst du damit? Sind die traditionellen Komponenten Ritual und Trance heute nicht mehr so entscheidend?

Ich habe in Europa Schwierigkeiten erlebt, meine Arbeit und Linie mit dem Begriff »Schamanismus« darzustellen. Oft wird erwartet, ich wüsste von Kräutermedizin, würde mir Federn ankleben oder irgendwelche Rituale machen, bei denen alle in unkontrollierbare Trance verfallen. Die Meister, die ich beobachten und kennenlernen durfte, sind demütige, liebevolle, aber mächtige Personen, die einfach Grenzen überschreiten, vor denen die meisten Menschen noch Angst haben. Sie kommunizieren die ganze Zeit mit Lichtwesen und Sternenbrüdern, die ihnen beistehen. Mehr noch: Sie arbeiten gemeinsam, denn beim »kosmischen Schamanismus« geht es nicht nur um die Heilung eines Patienten oder einer Gruppe (Familie, Gemeinde), sondern um höhere Gruppenbewusstseinsebenen, wie die eines Volkes, einer Nation, des Planeten Erde usw., bis wir unsere ganze Galaxie mit einschließen und dann viele Galaxien, wo wir dann das »kosmische Bewusstsein« der Mayas erreicht haben werden. Um in diesen Gefilden zu reisen und zu agieren, muss der Praktizierende ganz nüchtern und klar im Hier und Jetzt sein, nicht in Trance, jedoch auf einer höheren Bewusstseinsstufe, so wie der Zustand beim Praktizieren der heiligen Sexualität, des »weißen Tantra«.

Was sind die Grundlagen, die dir am meisten geholfen haben, emotional frei zu werden? Was davon kann jeder von uns im Alltag machen?

Das ist ein gutes Thema! Ich sehe wirklich immer mehr die Emotionen und den mangelnden Umgang mit ihnen als das „Übel der Menschheit“ an. Wut schafft Zerstörung und Krieg, Angst macht Unterdrückung möglich, Traurigkeit lässt die Menschen langsam absterben. Die Emotionen sind die Hauptursache für Leid, Armut und Krankheit. Zuerst ist es wichtig, sich dessen bewusst zu werden, tagein, tagaus: einfach merken, wenn ich wieder wütend werde oder wieder in die Opferrolle hineinrutsche. Und dann öffne dein Herz und vergib dir deine Emotio-nen oder dem anderen die Impulse, die in dir zu Emotionen führen – das Herz ist das Tor, um alle Emotionen zu transformieren. Versuch es einmal! Wirf all deine Sorgen und Blockaden in dein magnetisches Herzfeld hinein, das du dir vorstellst wie einen Strudel, so groß wie eine ganze kreisende Galaxie! Das ist „kosmischer Schamanismus“! Im Alltag ist es wichtig, eine gewisse Disziplin zu erreichen, etwa in Gedankenkontrolle, Dienst am Nächsten oder Lachtherapie.

Du sprichst in deinem Buch von der menschlichen Evolution eines Gruppenbewusstseins. Warum ist dieses Bewusstsein so wichtig?

Weil wir es noch gar nicht erreicht haben. Nur als sporadische und lokale Erscheinung. Das Zusammenleben auf unserem Planeten ist von Schein und Trug sowie Machtgier geprägt. Wir sind ein »Planet im Krieg«, wie die Sternenbrüder mit einer Träne im Auge sagen. In unseren Körpern sieht es ja ähnlich aus, da gibt es Krebs und andere sogenannte »unheilbare Krankheiten«, das ist die fraktale Wirklichkeit. Wir sollten von den Tieren lernen und schauen, wie Ameisen, Bienen, Vogelschwärme, Wölfe miteinander »hyperkommunizieren«, d.h. Information innerhalb ihres Gruppenbewusstseins austauschen. Die friedlichen und intelligenten Delfine sind meine Lieblinge: Sie scheinen alles über jedes Gruppenmitglied zu wissen. Für uns Menschen ist eine solche Transparenz eher politische Parole; stell dir einmal vor, wir wüssten alle alles über alle … Löhne, Lügen … Macht das Angst? Wenn wir Frieden wollen unter den Menschen, dann dürfen wir nun diese Angst ablegen.

In deinem Buch steht die »Lattice«, das Gitternetz, im Mittelpunkt. Wie verstehst du dieses Gitternetz und welche Funktion hat es?

Dieses universelle Netz ist gleichzeitig die Mutter, die alles zusammenhält, sowie der Vater, die Bestandteile des Netzes. Es ist jenes Netz, das deine Zellen, deine Gene mit der letzten Ecke im Universum verbindet. Für die Schamanen ist es die unendliche Intelligenz des Universums, das Hologramm und der kosmische Spiegel, der unsere Wirklichkeit erschafft. Für gewisse Wissenschaftler ist es ein gigantisch großes Gehirn oder ein universeller Quantencomputer. Ich zeige den Menschen, wie sie die Lattice im Alltag nutzen, spüren, mit ihr kommunizieren und Informationen durch sie erhalten können wie in einem kosmischen Internet. Der Nutzen bei fortwährendem bewusstem Austausch mit der Lattice ist Gesundheit, persönliche Power, Gleichgewicht im Leben und Fülle in allen Lebensbereichen.

Was bedeutet Spiritualität für dich?

Sie ist jener abgespaltene Teil von uns, ohne den wir nicht mehr leben können. Spiritualität ist nichts Abgehobenes, sie ist geerdet, und du lebst sie in jedem Augenblick: Spiritualität ist wie die Luft, die du dankbar atmest, das Blitzen in den Augen eines Babys, das dich für Sekunden glücklich macht, oder die Sonne, die im See funkelt und dich mit allem verbindet. Sie ist Teil der Lattice, des kosmischen Gehirns, die alles umfasst und vernetzt. Ich weise immer wieder in meinen Kursen darauf hin, dass die Zeit der Gurus und esoterischen Führer vorbei ist; heute tragen wir alle selbst die Verantwortung für unsere ganzheitliche Entwicklung, wovon Spiritualität ein notwendiger Anteil ist oder eine notwendige Konsequenz der Evolution. Jeder Mann, jede Frau ist heute ein Meister, eine Meisterin, die ihren eigenen Weg gehen darf und kann.

Pascal K‘in Greub
galacticsurfer
Pascal K‘in Greub ist Begründer der Bewegung »Es ist Herz-Zeit«. Der Schweizer, der lange Zeit als Schauspieler und Regisseur arbeitete, litt immer wieder unter Depressionen und Neurosen. Durch einen Traum wurde er zu einem Maya-Priester geführt und blieb von da an in Mexiko. Das Wissen, das ihm seit nunmehr 11 Jahren vermittelt wird, fasst er unter dem Begriff »Herz-Zeit« zusammen. Durch seine innovative Methode – die »heilige Bewegungen«, Gruppendynamik, Lachtherapie und »Unsichtbare Heilungen« beinhaltet – können wir Gesundheit und Erfolg erleben.

Buchtipp:
lattucesurfing

Pascal K’in Greub
Lattice Surfing Kosmisches Lebensnetz, Drachenkraft und die kommende Herzzeit
336 Seiten, 19.90 €
ISBN 978-3-89060-635-4
Kategorie: Spirit & Science | Keine Kommentare
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