Das international bekannte Medium Paul Jacobs bietet in dem von ihm begründeten House of Spirit in Hannover sowie im niederländischen Ausbildungszentrum De Zwanenhof auch in deutscher Sprache Kurse zur Entfaltung medialer und sensitiver Fähigkeiten an, betont aber immer wieder, dass man nicht lernen kann, ein »Es ist einfach, mediale Fähigkeiten zu entwickeln. Aber nicht leicht …« Medium zu sein, sondern dass man bereits als solches geboren wird. Im Gespräch mit newsage erklärt der Dozent des renommierten Arthur Findlay College in Essex, England, den scheinbaren Wiederspruch und betont, wie wichtig eine fundierte Ausbildung gerade für angehende Medien ist.

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»Zuerst muss man begreifen, dass man mediale Fähigkeiten nicht entwickeln kann«, sagt Paul Jacobs gleich zu Beginn unserer »Echte Medien werden als solche geboren und nicht dazu gemacht. Wenn man in der Familiengeschichte von Medien nachforscht, erkennt man, dass mediale Fähigkeiten offenbar erblich sind. Sie werden von Generation zu Generation übertragen oder können manchmal auch eine Generation überspringen, doch meist findet man heraus, dass die medialen Fähigkeiten schon lange als Kraft in der eigenen Familienlinie vorhanden sind.»

Was also lehrt er, wenn man offenbar nicht lernen kann, ein Medium zu »Sensitive (psychic) Intuition«, ist seine knappe Antwort. Und er fügt hinzu: »Absicht.« Ihm geht es um praktische Arbeit, um die Erkundung und Entfaltung von latent vorhandenen Potenzialen, die den betreffenden Menschen selbst nicht unbedingt bewusst sein müssen. Dabei kann es sich sowohl um mediale als auch um hellseherische oder heilerische Fähigkeiten handeln.

Allerdings sollte dabei nicht der Wunsch der Vater des Gedankens sein. »Heutzutage versuchen viele Leute, den Karren vor das Pferd spannen«, witzelt das erfahrene Medium, um gleich wieder ernst zu werden. »Oft möchten sie direkt mit praktischen Übungen beginnen, die einen befähigen, unmittelbaren Kontakt zur Geistigen Welt aufzunehmen und Informationen aus dieser Welt zu beziehen. Was wir zuallererst machen müssen, ist – um im Bild von Pferd und Karren zu bleiben –, das Pferd nach vorne zu nehmen, d.h., die geistigen Kräfte in uns selbst zu entwickeln. Und erst durch die Entwicklung dieser Kräfte werden sich die individuellen Gaben, die bereits in uns vorhanden sind, entfalten.«

Um zu verdeutlichen, was er meint und wie man sich medialen oder übersinnlichen Fähigkeiten am besten nähert, macht er mit mir eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit: »Wenn wir uns in die Frühzeit des modernen Spiritualismus zurückversetzen, sehen wir Familien und deren Freunde, die sich in ihrem Zuhause treffen, um sich um den Herd zusammensetzen oder es sich gemeinsam vor dem Kamin gemütlich machen. Sie saßen einfach zusammen, voller Liebe und Freude, und genoßen die Wunder, die der Kontakt zur Geistigen Welt mit sich bringt. Sie erschufen so eine Atmosphäre, in der sich die eigenen geistigen Kräfte und die Kraft der Geistigen Welt manifestieren konnten. Und durch diese Manifestation der Kraft des Geistes entwickelten sich die angeborenen Gaben ganz natürlich und bestimmten, auf welche Art und Weise die Geister mit diesen Kräften arbeiten und mit welchem Individuum sie ihre Kräfte am besten manifestieren konnten.«

»Doch heute wollen die Leute meist selbst wählen und entscheiden, was und wer sie sein möchten«, holt mich Paul Jacobs in die oberflächliche Welt des modernen Alltags zurück. »Sie wollen ein Medium sein, das mit den Seelen Verstorbener kommuniziert, oder eben ein Hellseher oder ein Heiler. Wir leben in einer Instant-Gesellschaft, einer Welt der unmittelbaren Befriedigung, in der wir alles bereits gestern haben möchten – und zwar genauso, wie wir uns das vorstellen.

Doch die Gaben des Geistes sind etwas Natürliches, nichts Unnatürliches, also nichts, das du kaufen kannst oder was dir irgendjemand verleihen könnte. Darum wäre es besser, sich auf die guten alten Zeiten zurückzubesinnen, in denen man gemeinsam ums Feuer saß und die Kräfte einfach kommen ließ, um sich an den Wundern der Geistigen Welt zu erfreuen. Es muss schon etwas in dir vorhanden sein, etwas das über das normale Alltagsbewusstsein und die gewöhnlichen Aspekte des Menschseins hinausgeht.«

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Ich frage ihn, warum es dennoch wichtig ist, Medialität und andere sensitive Fähigkeiten aktiv zu schulen. »Auch wenn ich sage, dass man bereits mit medialen Fähigkeiten geboren wird, heißt dies noch lange nicht, dass man sich dieser Fähigkeiten ständig bewusst ist«, erklärt Paul »Die Fähigkeiten können viele Jahre lang in uns geschlummert haben, ohne genutzt oder überhaupt bemerkt zu werden, bis sie dann durch tiefgreifende Erfahrungen im Leben oder starke Emotionen geweckt werden. Eine schwere Krankheit oder physische oder psychische Tragödien können diese Fähigkeiten zum Beispiel zum Vorschein bringen. Doch wenn wir erst einmal die Kraft entwickelt haben, die in unserem Geist steckt und die sozusagen der Brennstoff ist, der diese sensitiven und medialen Fähigkeiten zum Laufen bringt, müssen wir diese in die richtigen Bahnen lenken und uns für die richtige Schulung der jeweiligen Gabe entscheiden, die da zum Vorschein gekommen ist.«

Jetzt verstehe ich, was er meint. Natürlich muss man dann noch lernen, mit der je jeweils ererbten Gabe richtig umzugehen, um – wie er mir später erklären wird – etwa ein klarer Channel zu sein oder beim Trance-Heilen zu lernen, nicht die eigene Energie zu verwenden, sondern die Energien der Geistigen Welt. »Die Person ist nicht der Heiler«, betont er, sondern der »Spirit«, mit dem wir in Zuständen gesteigerter Bewusstheit in Kontakt treten.

»Dieser Heilungsaspekt wird übrigens ein Schwerpunkt der ‚Deutschen Woche‘ im Zwanenhof sein», fügt er hinzu. Dabei gehe es weniger um die Heilung des physischen Körpers als darum, sich »geistig« durch die feinstofflichen Körper hindurch zu bewegen. »Die mentalen und psychischen Kerne müssen zunächst geheilt werden«, betont Paul Jacobs – die körperliche Heilung folge dann mehr oder weniger automatisch.

Doch zurück zum Fazit: Was die medialen oder sensitiven Fähigkeiten angeht, muss also zunächst eine gewisse geistige Kraft entwickelt werden, bevor sie sich entfalten können. Wir können uns die Fähigkeiten nicht aussuchen und sie können nicht von außen in uns hineingelegt werden. Doch wenn wir sie in uns entdecken oder sie aus uns heraus wollen, müssen wir lernen sie zu entfalten und sinnvoll und ethisch, d.h. gemäß den Gesetzen der Geistigen Welt einzusetzen. Paul Jacobs ist in seinen Ausbildungen sehr daran gelegen, einen »Standard für Medien« zu etablieren, so dass jedes Talent später auch gute und sinnvolle Arbeit leisten kann – und Freude daran hat.

Wie lange es dauert, solche individuellen Gaben zu entfalten, wenn man sie einmal entdeckt hat, möchte ich von ihm wissen. »Bei den meisten Menschen geschieht dies nicht über Nacht«, antwortet Paul »Natürlich ist es von Person zu Person verschieden. Man kann diese Gaben weder erzwingen noch die Entwicklung künstlich beschleunigen – es muss für dich als Individuum die richtige Zeit gekommen sein, doch es muss auch für die Geistige Welt der richtige Zeitpunkt sein. Wir sollten auf die Kraft des Geistes und auf die Intelligenz der Geistigen Welt vertrauen, wenn es um die Entfaltung unserer sensitiven und medialen Gaben geht.«

Weitere Infos:
www.paul-jacobs.com
www.zwanenhof.nl

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